Novemberblues I - Pop

Wir sind Freundinnen, Luna und ich. Ich weiß noch, wie es anfing. Auf einmal war sie da und nicht mehr wegzudenken. Seitdem gehen wir jeden Dienstag nach der Vorlesung in ein Café und trinken Russische Schokolade, und wenn wir genug haben, flirten wir mit dem Kellner oder erbrechen die Schokolade auf dem Klo, sie neben mir und die Telefonnummern unserer Vorgänger hinter uns an der Wand. Manchmal ist es so, dass ich eifersüchtig auf Luna werde. Sie ist schön, sie ist groß, sie ist eine Frau. Ich bin klein und Durchschnitt. Sie ist die Tänzerin im Wind, das Kind im Sturm und erobert die Herzen mit der Hand. Sie ist Luna mit dem Lachen, der Rede und dem Mund, von dem sie weiß, wie man ihn trägt. Wenn ich sie frage, wie sie es macht, sagt sie nur: "Babe, meine Liebe ist hart und weich sind meine Lippen." Aber wir sind Freundinnen und wir sind Frauen. Nach jeder Russischen Schokolade -wir singen und bewegen uns auf der Straße- passiert es, dass Lunas Mund zu einem Drink eingeladen wird. Die Männer schauen so wie so und dann und wann ruft einer "Mädel, du hast den Blues!" Wie falsch sie damit liegen, weiß nur ich, denn Luna mag keinen Blues. Ich jetzt schon. Und ich mag Luna. Ich mag sie dafür, dass sie den Blues hasst und ich hasse mich, dass ich sie dafür mag.

...Fortsetzung folgt...

    

2.5.15 13:49

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